Robert Rattenkönig

Robert Auch genannt:
Robby , Kaspar, Hauser, Rattenkönig, Oinky

Robert ist eine Stoppelkatze und im Herbst 96 auf einem bäuerlichen Dachboden groß geworden. Er wußte nicht genau, was Menschen sind (Kaspar Hauser Syndrom), als wir ihn entführten. Er mochte uns daher zunächst nicht trauen. Seine schnelle Auffassungsgabe ermöglichte es ihm aber, in kurzer Zeit eine Sprache zu entwickeln, die auch wir passiv beherrschen: Oinky. Oinky spricht also Oinky. Schnell wußte er, was in Oinky "Mach mal die Tür auf " bedeutet. Außerdem sagt er gerne "Hier ist ja immer noch nichts los" oder "Wenn nicht bald einer mit mir spielt, ziehe ich aus".

Ansichten und Verhaltensregeln Roberts und anderer Oinkies dieser Welt, insbesondere solcher, die ein Haus oder eine Wohnung ihr eigen nennen.

1. In Punkto Bewegungsfreiheit in der eigenen Wohnung

Laß es nicht zu, daß irgendeine Tür verschlossen ist. Fordere eindringlich, daß diese geöffnet wird. Stell Dich auf die Hinterpfoten und hämmere mit den Forderpfoten. Sag dreimal mit Bestimmheit "Oink, oink, oink!"
Wenn Du eine Tür nach draußen zur Öffnung angewiesen hast, stell Dich halb nach draußen und laß das Hinterteil drinnen und beginn über verschiedenes nachzudenken. Dies ist besonders wichtig bei sehr kaltem Wetter, Regen, Schnee oder zur Mückensaison.

2. In Punkto ungebetene Gäste der Untermieter
Wenn ein einzelner oder nur zwei Gäste erscheinen, ignorier sie. Das gebietet dein Stolz und die Loyalität gegenüber den Untermietern.
Sieh aber zu, daß Du Gäste Deiner Untermieter zur Toilette begleitest. Das gebietet die Höflichkeit. Tu nichts. Setz Dich einfach hin und starre.
Wenn einmal eine Party stattfindet, such den Allergiker und weich ihm nicht von der Seite. Am Besten Du erwischt ihn sitzend ... spring ihm auf den Schoß ...

3. In Punkto Spaß durch Hilfsbereitschaft

Hilfsbereitschaft ist folgendes: Wenn ein Mitbewohner beschäftigt ist und der andere ruhig auf dem Sofa sitzt, geh dem Beschäftigten nach und biete bescheiden und ungesehen Deine Hilfe an.

a) Wenn Du das Kochen überwachst, stell Dich hinter die linke Wade des Kochs. Da kannst Du nicht gesehen werden und die Chance ist groß, daß man Dich tritt, über Dich stolpert und nachher aufnimmt und sehr gut behandelt. Yeah!

b) Sollte jemand ein Buch lesen. Geh ganz nah 'ran bis unters Kinn und laß Dich dann aufs Buch fallen.

c) Wenn jemand Deinen Napf füllen will, zeig Dich interessiert: häng Deinen Kopf hinein. Er wird Dich dann streicheln, bis der Napf von Dir freigegeben wird.

d) Wenn jemand am Computer sitzt, rette ihn vor Verspannungen. Schleich Dich heran, streck Dich von hinten an die Lehne und zieh die Krallen einmal knackend ins Leder. Er springt auf, Du wirst beachtet und er ist vor Verspannungen bewahrt.

e) Untermieter brauchen Konzentrationstraining. Wenn z.B. im Wohnzimmer diese Schäpperkiste läuft und Dich keiner beachtet, der Freßnapf schon 10 Minuten leer ist und Du schon zweimal "Jeck, Jeck." oder "Jipp, Jipp" gesagt hast, geh zum Ledersofa, wirf Dich davor und krall in Rückenlage einmal kräftig in das Ding ... zieh Dich dann mit weiteren Hieben über einen Meter weit. Es steht bestimmt jemand auf. Sieh zu, daß Du schnell hinter den Tisch kommst und warte bis es wieder ruhig ist. Dann führe den zweibeinigen Untermieter langsam zum Futternapf. Er wird seinen Fehler erkannt haben und Deinen Napf füllen.

f) Weise den Weg. Wenn ein Untermieter durch die Wohnung geht sie zu daß du pfeilschnell seinen Weg kreuzst. Mach das so oft wie möglich und besonders im Dunkeln oder wenn er einen Wäschekorb oder sonst etwas trägt.

g) Sieh zu, daß Du tagsüber schläfst und des Nachts viel Power hast. Untermieter schlafen zu viel. Spring daher viermal pro Nacht ins Bett. Tritt über den ersten Untermieter und leg Dich auf den zweiten. Möglichst so, daß er keine Chance hat sich zu rühren. Putz Dich nie woanders als auf einem schlafenden Untermieter.

4. In Punkto Übelkeit

Tabuisieren wir es nicht länger. Es kommt halt doch des öfteren vor: Wenn Du Dich übergeben mußt, ist es wichtig, daß Du schnell machst. Es sei denn Du liegst bereits im Bett. Ansonsten versuch schnell ins Bett zu kommen. Bekanntlich kotzt es sich dort am Besten. Falls die Zeit nicht reicht, versuch auf einen Teppichboden zu kommen. Orientteppiche tun es auch. Ansonsten schafft man es meist noch schnell auf einen Sessel oder ein Sofa zu kommen - auch gut. Bedauernswert sind die, die sich im Badezimmer, der Küche oder auf einem sonstigen kalten, gefliesten Boden übergeben müssen. [Ganz schlimm, wenn es einen auf dem Katzenklo erwischt. Aber Gott sei Dank die totale Ausnahme!] Sieh in jedem Fall zu, daß Deine Pfütze die Größe eines nackten, menschlichen Fußes hat und daß Du es möglichst ungesehen erledigst.